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Unterwegs: Flughafen, Zug, Hotel

Unterwegs: Flughafen, Zug, Hotel

Seit dem 11. Dezember 2005 gilt in Schweizer Zügen, Bussen und Schiffen ein Rauchverbot, seit 2019 auch auf den Perrons ausserhalb von zwei markierten Zonen. Wer reist, hat also ohnehin lange rauchfreie Phasen. Das macht Reisen zur schwierigsten und zugleich zur günstigsten Zeit für einen Rauchstopp.

Kurz gesagt

  • Das Rauchverbot im öffentlichen Verkehr gilt seit dem 11. Dezember 2005.
  • An den Bahnhöfen gilt seit 2019 ein Rauchverbot ausserhalb von zwei markierten Zonen pro Perron.
  • Der Flughafen Zürich hat geschlossene Raucherlounges, im übrigen Terminal ist Rauchen nicht erlaubt.
  • Wood, Tam und Guerrero Witt zeigten 2005, dass Gewohnheiten an ihren Kontext gebunden sind. Fällt der Kontext weg, wackelt die Gewohnheit.
  • Bolman und Kollegen fanden 2018 bei 49 Aufhörenden 63 Prozent mit einem Ausrutscher in der ersten Woche.

Warum Reisen die Gewohnheit erschüttert

Eine Gewohnheit hängt an ihrer Umgebung, nicht nur an dir.

Wood, Tam und Guerrero Witt untersuchten 2005 Studierende, die umzogen. Ihr Befund: Verhalten hielt sich dort, wo der Kontext gleich blieb, und brach dort ein, wo er sich änderte.

Verplanken und Kollegen prüften 2008 dasselbe bei Pendelnden. Nur bei jenen, die kürzlich umgezogen waren, schlug die eigene Haltung auf das Verkehrsmittel durch.

Auf einer Reise ist praktisch jeder Kontext neu. Andere Zeiten, andere Räume, andere Menschen.

Das ist der Grund, warum viele Menschen im Urlaub anders rauchen als zu Hause. Manche mehr, manche gar nicht.

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Der Bahnhof und der Zug

In der Schweiz ist die Zugfahrt selbst eine rauchfreie Zone, seit über zwanzig Jahren.

Das Verbot im öffentlichen Verkehr trat am 11. Dezember 2005 in Kraft und betraf Züge, Busse und Schiffe. Auf offenen Perrons war Rauchen damals noch erlaubt.

Das hat sich geändert. Seit 2019 gilt nach einer Regel des Verbands öffentlicher Verkehr ein Rauchverbot an den Bahnhöfen, ausserhalb von zwei gekennzeichneten Zonen pro Perron.

Seit dem Sommer 2025 verstärken die SBB die Durchsetzung an fünf Bahnhöfen. Es sind Solothurn, Biel, Burgdorf, La Chaux-de-Fonds und Zürich Hardbrücke.

Für dich heisst das: Die Fahrt selbst ist geschützt. Der Auslöser liegt im Umsteigen und im Warten.

Der Flughafen und das Flugzeug

Der Flughafen ist die härtere Prüfung, weil dort Wartezeit und Stress zusammenkommen.

Im Terminal des Flughafens Zürich ist Rauchen nicht erlaubt. Es gibt geschlossene Raucherlounges, in der Ankunft und im Passagierbereich.

An Bord gilt ein Rauchverbot ohne Ausnahme, auch für elektronische Geräte. Was du im Handgepäck mitnehmen darfst, hängt an der Airline und am Zielland. Diese Regeln ändern sich, deshalb steht hier keine Aufzählung, sondern ein Hinweis: vor dem Flug beim Anbieter nachsehen.

Ein Langstreckenflug ist ohnehin eine erzwungene Pause von mehreren Stunden. Wer sie übersteht, hat einen Beleg dafür, dass es geht.

Das Hotel

Im Hotel fehlt dir alles, was dein Ritual sonst trägt.

Kein Balkon, den du kennst, kein Aschenbecher an seinem Platz, keine feste Zeit. Viele Menschen bauen sich innerhalb von zwei Tagen ein neues Ritual, und dann sitzt es.

Dagegen hilft eine Entscheidung vor der Abreise. Nichtraucherzimmer buchen, Rauchzeug nicht einpacken, den ersten Abend planen.

Den Rauchstopp vorbereiten: Datum, Umfeld, Vorräte geht auf diese Vorarbeit ein.

Warum Reisen zugleich riskant ist

Die Unterbrechung wirkt in beide Richtungen.

Bolman und Kollegen begleiteten 2018 neunundvierzig Menschen beim Aufhören. Dreiundsechzig Prozent hatten in der ersten Woche einen Ausrutscher. Der stärkste Einzelfaktor war die Anwesenheit rauchender Menschen.

Dazu kommt die Gefühlslage. In der Rückfallforschung ist die häufigste Rückfallsituation eine positive Stimmung, mit 43,0 Prozent, vor Ärger mit 37,2 Prozent und Verlangen mit 19,8 Prozent.

Ferien sind ein guter Ort für gute Laune. Genau deshalb sind sie riskant.

Rückfall: was in den Tagen davor passiert beschreibt die Vorzeichen.

Was du vor der Abreise festlegst

Drei Entscheidungen reichen, und sie gehören vor die Reise.

Der Moment des Wartens. Lege fest, was du am Gate und auf dem Perron tust. Das ist die Situation, in der du sonst geraucht hast.

Der erste Abend. Er entscheidet über den Rest der Reise. Plane ihn wie einen Termin.

Die Rückkehr. Zu Hause steht dein alter Kontext unverändert bereit. Die Reise hat ihn nicht verändert, sie hat ihn nur pausiert.

Wo KLAIR hier steht

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Auf Reisen deckt er die Hand-zu-Mund-Bewegung in den Wartezeiten ab. Wir behaupten nicht, dass er beim Aufhören hilft. Przulj, McRobbie und Hajek fassten 2012 zusammen, dass sensomotorischer Ersatz allein voraussichtlich nicht nützlich ist.

Zur Mitnahme im Flugzeug und zur Nutzung in fremden Ländern machen wir hier keine Angaben. Diese Regeln setzen Airline, Flughafen und Zielland, und sie ändern sich.

Was wir dazu nicht wissen

Zwei Einschränkungen gehören dazu.

Zum Rauchstopp auf Reisen gibt es keine belastbare Forschung. Die Kontextforschung stammt aus Umzügen und Verkehrsmittelwahl, nicht aus Ferien. Was hier steht, ist übertragen, nicht gemessen.

Die Zahlen zum Rückfall stammen aus kleinen Studien. Neunundvierzig Menschen bei Bolman sind wenig. Sie zeigen ein Muster, keine Wahrscheinlichkeit für dich.

Das Wichtigste in Kürze

Reisen unterbricht deine Gewohnheiten, und darin liegt die Chance. Die Schweizer Bahn ist seit 2005 rauchfrei, die Perrons seit 2019 ausserhalb von zwei Zonen, das Flugzeug ohnehin. Diese Zwangspausen sind gratis.

Riskant sind die Wartezeit, der erste Abend und die gute Laune. Zwei Drittel der Ausrutscher passieren in der ersten Woche, und rauchende Menschen in der Nähe sind der stärkste Einzelfaktor.

Entscheide vor der Abreise, nicht am Gate.

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Quellen

  1. Bundesamt für Verkehr und Verband öffentlicher Verkehr: Rauchfreie Züge, Medienmitteilung zum zehnjährigen Bestehen. Rauchverbot im öffentlichen Verkehr seit dem 11. Dezember 2005 für Züge, Busse und Schiffe. admin.ch (abgerufen am 20.08.2026)
  2. AT Schweiz: Rauchen am Bahnhof, die SBB zieht die Schraube an. Rauchverbot an Bahnhöfen seit 2019 nach einer Regel des Verbands öffentlicher Verkehr, zwei gekennzeichnete Raucherzonen pro Perron, verstärkte Massnahmen seit Sommer 2025 in Solothurn, Biel, Burgdorf, La Chaux-de-Fonds und Zürich Hardbrücke. at-schweiz.ch (abgerufen am 20.08.2026)
  3. Flughafen Zürich: Raucher-Lounges, Übersichtskarte. flughafen-zuerich.ch (abgerufen am 20.08.2026)
  4. Wood, W., Tam, L., Guerrero Witt, M. (2005): Changing circumstances, disrupting habits. Journal of Personality and Social Psychology 88(6), 918 bis 933.
  5. Verplanken, B., Walker, I., Davis, A., Jurasek, M. (2008): Context change and travel mode choice, combining the habit discontinuity and self-activation hypotheses. Journal of Environmental Psychology 28(2), 121 bis 127. sciencedirect.com (abgerufen am 20.08.2026)
  6. Bolman, C., Eggers, S. M., van Osch, L., Te Poel, F., Candel, M., de Vries, H. (2018): Is Action Planning Helpful for Smoking Cessation? Journal of Addiction Medicine 12(1), 65 bis 71. 49 Aufhörende, 63 Prozent mit Ausrutscher in Woche eins, stärkster Einzelfaktor die Anwesenheit rauchender Menschen.
  7. Rückfallforschung zur Gefühlslage: häufigste Rückfallsituation eine positive Gefühlslage mit 43,0 Prozent, vor Ärger mit 37,2 Prozent und Verlangen mit 19,8 Prozent.
  8. stopsmoking.ch: Rückfall verstehen. Ausrutscher als einmaliges Rauchen in den ersten drei Monaten, Rückfall als Rauchen danach. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)
  9. Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W., Wardle, J. (2010): How are habits formed, modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology 40(6), 998 bis 1009. Median 66 Tage, Spanne 18 bis 254.
  10. Przulj, D., McRobbie, H., Hajek, P. (2012): The Effect of Sensorimotor Replacement on Smoking Cessation and Craving. The Open Addiction Journal 5, 41 bis 50.
  11. Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen (SR 818.31). fedlex.admin.ch (abgerufen am 20.08.2026)
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