Die Entzugserscheinungen setzen in weniger als 24 Stunden ein, erreichen nach etwa drei Tagen ihren Höhepunkt und lassen in den folgenden zwei bis vier Wochen nach. So beschreibt es stopsmoking.ch, die nationale Beratungsplattform. Der körperliche Teil ist damit nach ein bis zwei Monaten durch. Das Verlangen im Kopf hält deutlich länger an.
Kurz gesagt
- Beginn unter 24 Stunden, Höhepunkt nach etwa 3 Tagen, Abklingen über 2 bis 4 Wochen.
- Nikotin hat eine Halbwertszeit von rund 2 Stunden. Nach zwei bis drei Tagen ist es praktisch weg.
- Die körperliche Abhängigkeit dauert 1 bis 2 Monate, das psychische Verlangen 6 bis 12 Monate oder länger.
- Einzelne Symptome haben sehr verschiedene Zeitpläne. Verstopfung dauert länger als Schlaflosigkeit.
- Eine Verlangenswelle selbst dauert nur 3 bis 5 Minuten.
Der Zeitstrahl auf einen Blick
Diese Übersicht fasst zusammen, was in welcher Phase passiert. Die Werte stammen von stopsmoking.ch und aus der Übersichtsarbeit von John Hughes in «Nicotine and Tobacco Research».
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Nach 2 bis 4 Stunden | Der Nikotinspiegel im Blut ist halbiert. Die erste Unruhe kann einsetzen. |
| Nach 4 bis 6 Stunden | Der Kohlenmonoxidwert im Blut hat sich etwa halbiert. |
| Innerhalb von 24 Stunden | Die typischen Entzugserscheinungen beginnen. |
| Tag 2 bis 3 | Nikotin ist weitgehend abgebaut. Die Symptome erreichen ihren Höhepunkt. |
| Woche 1 | Reizbarkeit, Unruhe und Konzentrationsprobleme sind am stärksten ausgeprägt. |
| Woche 2 bis 4 | Die meisten Symptome lassen deutlich nach. |
| Monat 1 bis 2 | Die körperliche Abhängigkeit gilt als überwunden. |
| Monat 6 bis 12 und länger | Das psychische Verlangen kann weiter auftreten. |
Wichtig dabei: Das ist ein Durchschnitt. Manche Menschen spüren fast nichts, andere kämpfen drei Wochen. Beides ist normal.
Was dein Körper abbaut, und wie schnell
Nikotin hat eine Halbwertszeit von etwa zwei Stunden. Nach zwei Stunden ist also noch die Hälfte da, nach vier Stunden ein Viertel. Deshalb meldet sich bei starken Rauchenden schon nach einer halben Schicht das Verlangen.
Der Abbaustoff Cotinin hält länger. Seine Halbwertszeit liegt bei rund 16 Stunden, weshalb er in Tests noch Tage später nachweisbar ist.
Kohlenmonoxid geht schneller. Beim Atmen von Raumluft liegt die Eliminationshalbwertszeit bei etwa 4,5 Stunden, wie der MSD Manual angibt. Nach einem Tag ohne Zigarette ist der Wert praktisch wieder normal.
Zwei bis drei Tage. Länger braucht dein Körper für das Nikotin selbst nicht.

Die Symptome und ihre Dauer
Hier wird es konkret. stopsmoking.ch nennt für die einzelnen Entzugserscheinungen sehr unterschiedliche Zeitspannen.
| Symptom | Dauer laut stopsmoking.ch |
|---|---|
| Rauchverlangen (Craving) | 3 bis 5 Minuten pro Welle |
| Schwindel | meist 1 bis 2 Tage |
| Kopfschmerzen | unterschiedlich |
| Schlaflosigkeit | weniger als 7 Tage |
| Husten | weniger als 7 Tage |
| Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit | 2 bis 4 Wochen, vor allem in den ersten 2 Wochen |
| Verstopfung | 3 bis 4 Wochen |
| Hunger | einige Wochen |
| Schlechte Laune, Reizbarkeit, Nervosität | variabel |
| Angst, Niedergeschlagenheit | variabel |
John Hughes wertete für seine Übersichtsarbeit von 2007 über 3'500 Fundstellen aus und behielt 120 Studien. Sein Befund deckt sich: Ärger, Angst, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsprobleme, Ungeduld, Schlaflosigkeit und Unruhe sind belegte Entzugssymptome. Sie erreichen ihren Höhepunkt in der ersten Woche und dauern zwei bis vier Wochen.
Als mögliche weitere Effekte nennt er Verstopfung, Husten, Schwindel, vermehrtes Träumen und Aphthen im Mund.
Warum Tag drei als der schwerste gilt
An Tag drei trifft zweierlei aufeinander. Das Nikotin ist weg, und der Kopf hat noch nichts Neues gelernt.
Der Körper hat den Stoff zu diesem Zeitpunkt vollständig abgebaut, die Rezeptoren im Gehirn sind aber noch auf die alte Menge eingestellt. Gleichzeitig ist die anfängliche Entschlossenheit verbraucht.
Deshalb lohnt es sich, diesen Tag zu planen statt zu durchleiden. Leg ihn nicht auf einen Tag mit Präsentation, Prüfung oder Familienstreit.
Craving: die Welle dauert Minuten, nicht Stunden
Das grösste Missverständnis beim Entzug betrifft das Verlangen. Es fühlt sich an wie ein Dauerzustand und ist keiner.
stopsmoking.ch beschreibt es so: «Craving Anfälle vergehen meist so rasch wieder, wie sie auftreten: Nach 3 bis 5 Minuten ist der Spuk oft schon vorbei.»
Das ändert die Aufgabe grundlegend. Du musst keine Woche aushalten. Du musst ein paar Minuten überbrücken, mehrmals am Tag, und mit jedem Mal wird die Welle etwas flacher.
Die Symptome, mit denen kaum jemand rechnet
Die meisten Menschen erwarten Nervosität und Reizbarkeit. Womit sie nicht rechnen, sind die Nebenschauplätze. Genau die führen oft zum Rückfall, weil sie unerklärlich wirken.
- Husten, der schlimmer wird. Die Flimmerhärchen in den Atemwegen nehmen ihre Arbeit wieder auf und transportieren Schleim ab. Laut stopsmoking.ch dauert das in der Regel weniger als sieben Tage.
- Verstopfung. Drei bis vier Wochen sind normal. Nikotin regt die Darmtätigkeit an, ohne fehlt dieser Reiz.
- Schlechterer Schlaf. Zuerst schläfst du unruhiger, nicht besser. Das dreht sich meist innerhalb einer Woche.
- Ständiger Hunger. Er hält einige Wochen an und ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen wieder anfangen.
- Aphthen im Mund. Von Hughes als möglicher Effekt beschrieben, harmlos, aber lästig.
Kein einziges dieser Symptome bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt. Sie sind Zeichen einer Umstellung.
Körperlicher Entzug und Verlangen im Kopf sind zwei verschiedene Uhren
Diese Unterscheidung erklärt fast alle Enttäuschungen nach dem dritten Monat. stopsmoking.ch trennt drei Formen der Abhängigkeit und gibt für zwei davon klare Zeiträume an.
Der körperliche Entzug dauert meist ein bis zwei Monate. Das psychische Verlangen kann sechs bis zwölf Monate anhalten oder länger.
Dazu kommt die dritte Form, die Verhaltensabhängigkeit. Sie hat gar keine Uhr, weil sie nicht abläuft, sondern umgelernt wird.
Wer nach vier Monaten noch Verlangen spürt, ist also nicht im Entzug. Er begegnet einer Erinnerung.
Was den Entzug nachweislich abfedert
Hier gehören die Dinge hin, für die es eine Zulassung und eine Datenlage gibt. Wir verkaufen keines davon.
Nikotinersatz aus der Apotheke. Pflaster, Kaugummi, Lutschtabletten und Spray sind zugelassene Arzneimittel und rezeptfrei erhältlich. Sie führen Nikotin in kontrollierter Menge zu und dämpfen damit den körperlichen Teil.
Verschreibungspflichtige Medikamente. In der Schweiz sind Vareniclin und Bupropion verfügbar, beide nur auf Rezept und unter ärztlicher Begleitung. stopsmoking.ch hält fest, dass Medikamente die Erfolgschance verdoppeln. Seit Februar 2026 gibt es ein Vareniclin-Generikum, das laut Plattform aktuell nicht kassenpflichtig ist.
Beratung. Die Telefonberatung von stopsmoking ist kostenlos und erreichbar unter 0848 000 181, Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr. Der Anruf kostet 8 Rappen pro Minute, auf Wunsch wird zurückgerufen. Das Angebot gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, dazu in neun weiteren Sprachen.
Alle Methoden mit dem, was sie leisten, stehen in einem eigenen Artikel.
Wann du ärztliche Hilfe holen solltest
Der Nikotinentzug ist im Gegensatz zum Alkoholentzug nicht gefährlich. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine Ärztin oder ein Arzt dazugehört.
- Wenn eine depressive Stimmung länger als zwei Wochen anhält oder sich verschlechtert.
- Wenn du wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung bist. Ein Rauchstopp kann die Dosierung mancher Medikamente beeinflussen.
- Wenn du Medikamente nimmst, deren Wirkung von Rauchen beeinflusst wird, zum Beispiel bestimmte Psychopharmaka oder Theophyllin.
- Wenn der Husten länger als zwei bis drei Wochen dauert, blutig ist oder mit Fieber einhergeht.
- Wenn du in der Schwangerschaft aufhörst und Nikotinersatz erwägst.
Bei allem, was über normale Gereiztheit hinausgeht, ist der Anruf beim Hausarzt kein Zeichen von Schwäche, sondern der schnellste Weg.
Was der Entzug nicht erklärt
Zum Schluss ein Punkt, der in fast allen Entzugsartikeln fehlt. Wenn das Nikotin nach drei Tagen weg ist und die Symptome nach vier Wochen abklingen, warum greifen dann so viele Menschen im zweiten Monat wieder zur Schachtel?
Weil der Entzug nur einen Teil des Problems beschreibt. Der Rest ist Gewohnheit: die Hand, der Mund, die Pause, der Kaffee. Diese Auslöser haben mit dem Nikotinspiegel nichts zu tun.
Was mache ich mit meinen Händen, wenn die Zigarette weg ist? behandelt genau diesen Teil.
Das Wichtigste in Kürze
Der Nikotinentzug hat einen klaren Verlauf: Beginn in weniger als 24 Stunden, Höhepunkt an Tag drei, Abklingen über zwei bis vier Wochen, körperliches Ende nach ein bis zwei Monaten. Die einzelnen Symptome folgen dabei sehr unterschiedlichen Zeitplänen.
Verlass dich nicht auf das Gefühl, sondern auf die Uhr. Eine Verlangenswelle dauert drei bis fünf Minuten, nicht drei Stunden.
Und trenne die beiden Ebenen. Was nach dem zweiten Monat noch kommt, ist kein Entzug mehr, sondern erinnertes Verhalten. Dafür braucht es andere Werkzeuge.
Rauchen aufhören: der ehrliche Leitfaden für die Schweiz ordnet alle Wege ein.

Quellen
- stopsmoking.ch: Die Entzugserscheinungen von Nikotin. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Mit dem Entzug umgehen. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Die 3 Formen der Abhängigkeit. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Craving, ein unwiderstehliches Verlangen. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Medikamentöse Behandlungen, Vareniclin und Bupropion. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Kostenlose Rauchstopp-Telefonberatung, 0848 000 181. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Hughes, J. R. (2007): Effects of abstinence from tobacco. Valid symptoms and time course. Nicotine and Tobacco Research 9(3), 315 bis 327.
- MSD Manual, Profi-Ausgabe: Kohlenmonoxidvergiftung. Eliminationshalbwertszeit von CO. msdmanuals.com (abgerufen am 24.08.2026)
- GPnotebook: Cotinin bei der Raucherentwöhnung. Halbwertszeiten von Nikotin und Cotinin. gpnotebook.com (abgerufen am 24.08.2026)
- Lungenliga Schweiz: Rauchen und Rauchstopp. lungenliga.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Krebsliga Schweiz: Beratungsangebot stopsmoking. krebsliga.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Schweizerische Herzstiftung: Rauchstopp, so gelingt der nächste Versuch. swissheart.ch (abgerufen am 24.08.2026)










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