Verstopfung trifft nach dem Rauchstopp netto 17 Prozent der Aufhörenden, mit einem Höhepunkt nach zwei Wochen. Das ist eine von mehreren Nebenwirkungen, die kaum jemand ankündigt. Sie sind selten gefährlich. Gefährlich ist, dass sie überraschen und deshalb als Rückschritt gedeutet werden.
Kurz gesagt
- Peter Hajek fand 2003 bei 1'067 Aufhörenden einen Verstopfungsgipfel nach zwei Wochen, netto 17 Prozent betroffen.
- stopsmoking.ch nennt für Konzentrationsprobleme zwei bis vier Wochen, für Verstopfung drei bis vier Wochen.
- Jaehne und Kollegen beschrieben 2009 eine schlechtere Schlafqualität im Entzug, mit mehr nächtlichem Erwachen.
- Husten kann kurz nach dem Rauchstopp zunehmen, weil die Flimmerhärchen wieder arbeiten.
- Wer die Liste vorher kennt, deutet sie nicht als Zeichen, dass etwas schiefläuft.
Verstopfung ist die am schlechtesten angekündigte Nebenwirkung
Peter Hajek und sein Team untersuchten das 2003 in der Fachzeitschrift Addiction. Bis dahin gab es dazu keine systematischen Daten.
1'067 Personen aus einer Rauchstopp-Sprechstunde bewerteten ihren Zustand vor dem Stoppdatum und danach wöchentlich. Bei den 514 Personen mit vier Wochen durchgehender Abstinenz erreichte die Verstopfung nach zwei Wochen ihren Höhepunkt und blieb über den ganzen Zeitraum erhöht.
Netto waren 17 Prozent betroffen. 9 Prozent waren vorher beschwerdefrei und danach stark oder sehr stark betroffen.
stopsmoking.ch nennt als Dauer drei bis vier Wochen und rät zu ausgewogener Ernährung und viel Wasser.
Der Schlaf wird zuerst schlechter
Andreas Jaehne und Kollegen fassten 2009 in den Sleep Medicine Reviews zusammen, was zu Nikotin und Schlaf bekannt ist.
Im Entzug sinkt die Schlafqualität, die Zahl der nächtlichen Wachphasen steigt. Die Autoren beschreiben einen Zeitraum von bis zu 20 Tagen.
stopsmoking.ch setzt für die Schlaflosigkeit weniger als sieben Tage an und rät, Koffein am Abend zu meiden.
Die beiden Angaben widersprechen sich nicht zwingend. Die eine misst mit Messgeräten, die andere beschreibt, wie lange es sich stark anfühlt.

Reizbarkeit und Konzentration
Reizbarkeit, Frustration und Ärger stehen im diagnostischen Handbuch DSM-5 ganz oben in der Liste der Entzugserscheinungen. Dazu kommen Ängstlichkeit, Konzentrationsprobleme, Ruhelosigkeit, gedrückte Stimmung, Schlaflosigkeit und gesteigerter Appetit.
stopsmoking.ch nennt für die Konzentrationsprobleme zwei bis vier Wochen, besonders ausgeprägt in den ersten beiden.
Das ist der Teil, unter dem das Umfeld am meisten leidet. Deshalb gehört ein Satz an die Menschen um dich herum zur Vorbereitung.
Sag es vorher. Nicht hinterher.
Wie du den Rauchstopp vorbereitest, steht in einem eigenen Artikel.
Der Husten, der ausgerechnet jetzt schlimmer wird
Diese Reihenfolge überrascht fast alle.
stopsmoking.ch erklärt es so: Die Lunge versucht, den festsitzenden Teer auf den Flimmerhärchen loszuwerden. Das Portal nennt das ausdrücklich einen gesunden Vorgang und setzt für diese Phase weniger als sieben Tage an.
Die Krebsliga Schweiz führt in ihrer Zeitlinie das Nachlassen des Raucherhustens dagegen erst nach ein bis neun Monaten.
Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Fragestellung. Die eine Angabe betrifft die kurze Zunahme, die andere das endgültige Verschwinden.
Die Dauer im Überblick
Alle Werte in dieser Tabelle stammen von stopsmoking.ch.
| Symptom | Dauer laut stopsmoking.ch |
|---|---|
| Schlaflosigkeit | weniger als 7 Tage |
| Husten | weniger als 7 Tage |
| Konzentrationsprobleme | 2 bis 4 Wochen, am stärksten in Woche 1 und 2 |
| Verstopfung | 3 bis 4 Wochen |
| Hunger | einige Wochen |
| Reizbarkeit und Nervosität | variabel |
Der Höhepunkt der Entzugserscheinungen insgesamt liegt nach etwa drei Tagen, danach klingen sie über zwei bis vier Wochen ab.
Der vollständige Verlauf des Nikotinentzugs steht im Referenzartikel.
Warum das Nichtwissen das eigentliche Risiko ist
Ein Symptom, das man erwartet, ist ein Symptom. Ein Symptom, das man nicht erwartet, ist ein Beweis.
Wer nach zehn Tagen schlecht schläft, verstopft ist und mehr hustet als vorher, zieht leicht den falschen Schluss. Nämlich den, dass der Körper das Rauchen offenbar gebraucht hat.
Genau dieser Gedanke steht am Anfang vieler Rückfälle. Deshalb steht diese Liste hier vollständig, statt in einem Nebensatz.
Was in den Tagen vor einem Rückfall passiert, steht in einem eigenen Artikel.
Was wir dazu nicht wissen
Drei Einschränkungen gehören dazu.
Hajek untersuchte eine Sprechstunden-Population. Wer eine Rauchstopp-Sprechstunde besucht, unterscheidet sich von jemandem, der allein aufhört. Bei Teilnehmenden mit Nikotinersatz fiel die Zunahme der Verstopfung geringer aus als bei Bupropion.
Die Angaben zur Schlafforschung sind uneinheitlich. Jaehne und Kollegen weisen selbst darauf hin, dass sich die Messungen zwischen den Studien unterscheiden, unter anderem wegen unterschiedlicher Abhängigkeitsgrade.
Bei anhaltenden Beschwerden gehört das abgeklärt. Ein Husten, der über Wochen bleibt oder sich verändert, ist kein Entzugsthema mehr, sondern ein Fall für die Hausarztpraxis.
Das Wichtigste in Kürze
Neben Verlangen und Reizbarkeit bringt der Nikotinentzug eine Reihe von Nebenschauplätzen mit. Verstopfung traf in der Untersuchung von Hajek netto 17 Prozent, mit einem Gipfel nach zwei Wochen.
Der Schlaf wird zuerst schlechter, nicht besser. Der Husten kann kurzzeitig zunehmen, weil die Flimmerhärchen wieder arbeiten.
Die meisten dieser Beschwerden sind nach zwei bis vier Wochen vorbei. Sie sagen nichts darüber, ob dein Körper das Rauchen gebraucht hat.

Quellen
- Hajek, P., Gillison, F., McRobbie, H. (2003): Stopping smoking can cause constipation. Addiction 98(11), 1563 bis 1567. 1'067 Teilnehmende, 514 mit vier Wochen Abstinenz, Gipfel nach zwei Wochen, netto 17 Prozent betroffen. onlinelibrary.wiley.com (abgerufen am 20.08.2026)
- Jaehne, A., Loessl, B., Bárkai, Z., Riemann, D., Hornyak, M. (2009): Effects of nicotine on sleep during consumption, withdrawal and replacement therapy. Sleep Medicine Reviews 13(5), 363 bis 377. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov (abgerufen am 20.08.2026)
- stopsmoking.ch: Mit dem Entzug umgehen. Dauerangaben zu Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Konzentration, Verstopfung, Husten und Hunger. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)
- stopsmoking.ch: Die Entzugserscheinungen von Nikotin. Höhepunkt nach etwa drei Tagen, Abklingen über zwei bis vier Wochen. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)
- Krebsliga Schweiz: Risiko durch Rauchen, warum sich ein Rauchstopp lohnt. Raucherhusten nach ein bis neun Monaten. krebsliga.ch (abgerufen am 20.08.2026)
- American Psychiatric Association: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, fünfte Auflage (DSM-5). Kriterien des Tabakentzugs, dazu Verstopfung und Husten als begleitende Merkmale.
- Hughes, J. R. (2007): Effects of abstinence from tobacco, valid symptoms and time course. Nicotine and Tobacco Research 9(3), 315 bis 327.
- stopsmoking.ch: Kostenlose Rauchstopp-Telefonberatung, 0848 000 181. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)










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