76,3 Prozent der ehemaligen Täglichrauchenden in der Schweiz haben es ohne jedes Hilfsmittel geschafft. Das ist die wichtigste Zahl in diesem Text, und sie steht bewusst zuoberst. Sie stammt aus dem Suchtmonitoring Schweiz und bedeutet: Der häufigste Weg aus dem Rauchen führt nicht über ein Produkt.
Kurz gesagt
- 23,9 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren rauchen, 16,1 Prozent täglich (Gesundheitsbefragung 2022).
- Rund 60 Prozent der Täglichrauchenden wollen aufhören, das sind fast 700'000 Menschen (BAG).
- 76,3 Prozent der Ex-Täglichrauchenden nutzten dafür keine Hilfe (Suchtmonitoring 2015).
- 80,1 Prozent brauchten mehrere Anläufe, im Schnitt vier.
- Es gibt drei Abhängigkeiten. Die meisten Angebote bearbeiten zwei davon.
Wie viele in der Schweiz rauchen
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung erhebt die Zahlen alle fünf Jahre. Für 2022 gilt: 23,9 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren rauchen.
Davon rauchen 16,1 Prozent täglich und 7,8 Prozent gelegentlich. Männer rauchen mit 27,1 Prozent häufiger als Frauen mit 20,8 Prozent.
Der Trend zeigt nach unten. Der Anteil der täglich Rauchenden ist zwischen 2017 und 2022 von 19,1 auf 16,1 Prozent gesunken.
Und der Aufhörwunsch ist gross. Das BAG nennt 60 Prozent der täglich Rauchenden, also fast 700'000 Menschen. Rund 30 Prozent wollen es innerhalb der nächsten sechs Monate angehen.
Warum es so schwer ist: drei Abhängigkeiten, nicht eine
stopsmoking.ch, die nationale Beratungsplattform, unterscheidet drei Formen.
Die körperliche Abhängigkeit. Nikotin greift in die Dopamin- und Serotoninausschüttung ein, das Gehirn stellt sich darauf ein. Der körperliche Entzug dauert laut Plattform ein bis zwei Monate.
Die psychische Abhängigkeit. Nikotin ist mit Stimmungen und Situationen verknüpft. Dieses Verlangen kann sechs bis zwölf Monate anhalten oder länger.
Die Verhaltensabhängigkeit. Sie betrifft die Gewohnheiten und Rituale rund um die Zigarette.
Die dritte ist der Grund, warum viele Menschen im zweiten oder dritten Monat wieder anfangen, obwohl der Entzug längst vorbei ist.
Körper, Kopf, Hand: die drei Abhängigkeiten, stehen ausführlich in einem eigenen Artikel.
Was in den ersten Wochen passiert
Der Verlauf ist gut dokumentiert. Die Entzugserscheinungen setzen in weniger als 24 Stunden ein, erreichen nach etwa drei Tagen ihren Höhepunkt und lassen über zwei bis vier Wochen nach.
Einzelne Symptome haben dabei sehr unterschiedliche Zeitpläne. Schlaflosigkeit dauert meist unter sieben Tagen, Verstopfung drei bis vier Wochen, gesteigerter Appetit einige Wochen.
Eine einzelne Verlangenswelle dauert nur drei bis fünf Minuten.
Der vollständige Verlauf mit allen Symptomen und Zeiten steht im Referenzartikel dazu.

Die Wege im Überblick
Hier sortieren wir, ohne zu bewerten. Jede Methode hat ihren Ort, und keine passt für alle.
- Ohne Hilfsmittel. Der mit Abstand häufigste Weg, siehe die 76,3 Prozent oben. Kostet nichts, verlangt aber einen guten Plan für die ersten Wochen.
- Nikotinersatz aus der Apotheke. Pflaster, Kaugummi, Lutschtabletten, Spray. Zugelassene Arzneimittel, rezeptfrei, dämpfen den körperlichen Teil.
- Verschreibungspflichtige Medikamente. Vareniclin und Bupropion, nur auf Rezept. stopsmoking.ch hält fest, dass Medikamente die Erfolgschance verdoppeln.
- Beratung. Telefonisch, online oder vor Ort, in der Schweiz kostenlos.
- Gruppenkurse. Lungenliga und Krebsliga bieten sie in vielen Kantonen an, teils auch online.
- Apps und Coaching. Die Lungenliga betreibt ready4life für Jugendliche ab 15 Jahren.
- Hypnose und Akupunktur. Werden nachgefragt, die Datenlage dazu ist deutlich dünner als bei den ersten vier Punkten.
Alle Methoden mit dem, was sie leisten, stehen in einem eigenen Artikel.
Was die Zahlen über Erfolg wirklich sagen
Diese vier Werte gehören zusammen gelesen. Einzeln erzeugt jeder ein falsches Bild.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Ex-Täglichrauchende ohne Hilfsmittel | 76,3 Prozent | Suchtmonitoring Schweiz 2015 |
| Erfolg beim ersten Versuch | 19,1 Prozent | AT Schweiz, 2022 |
| Ex-Rauchende mit mehreren Versuchen | 80,1 Prozent | AT Schweiz, 2022 |
| Erfolgreicher Ausstieg pro Jahr und Versuch | 16,7 Prozent | AT Schweiz, 2022 |
Daraus folgt zweierlei. Erstens: Es geht ohne Produkt, und die meisten machen es so. Zweitens: Es geht selten beim ersten Mal.
stopsmoking.ch formuliert es so: «Im Durchschnitt haben Ex-Rauchende vier Anläufe gebraucht, um endgültig aufzuhören.»
Schlagartig aufhören oder ausschleichen
Beides ist verbreitet, und wir behaupten nicht, dass eines überlegen sei. Der Unterschied liegt weniger in der Erfolgsquote als im Typ.
Der harte Schnitt hat einen klaren Startpunkt, ein Datum und keine Grauzone. Das Ausschleichen verteilt die Umstellung, verlängert aber die Phase, in der täglich neu entschieden wird.
Wer schon einmal reduziert hat und dabei hängen geblieben ist, weiss vermutlich, welcher Typ er ist.
Was für welchen der beiden Wege spricht, steht in einem eigenen Artikel.
Der Rückfall gehört dazu
Vier Anläufe im Durchschnitt heisst: Drei davon endeten mit einer Zigarette. Das ist kein Scheitern, sondern der Normalfall.
stopsmoking.ch hält fest, dass Ausrutscher und Rückfälle zum Prozess gehören. Entscheidend ist, was danach passiert, nicht ob es passiert.
Praktisch bedeutet das: Notiere nach einem Rückfall, in welcher Situation er kam. Diese Notiz ist beim nächsten Anlauf mehr wert als jeder gute Vorsatz.
Warum mehrere Anläufe normal sind und Was in den Tagen vor einem Rückfall passiert, stehen in eigenen Artikeln.
Die Anlaufstellen in der Schweiz
Das Angebot ist grösser, als die meisten wissen, und in weiten Teilen kostenlos.
- stopsmoking.ch betreibt die nationale Telefonberatung unter 0848 000 181, Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr. Der Anruf kostet 8 Rappen pro Minute, auf Wunsch wird zurückgerufen. Angeboten wird sie auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch sowie in neun weiteren Sprachen.
- Lungenliga und Krebsliga führen Gruppenkurse und Einzelberatungen in den Kantonen durch.
- Der Rauchfreie Monat im November ist die nationale Aktion mit Anmeldung über rauchfreiermonat.ch.
- ready4life ist die Coaching-App der Lungenliga für Jugendliche ab 15 Jahren.
- Die Hausarztpraxis ist die richtige Adresse für Medikamente und bei Vorerkrankungen.
Wie der Rauchfreie Monat abläuft und wie man mitmacht, steht im eigenen Artikel.
Alle Schweizer Anlaufstellen im Überblick und was die Krankenkasse davon bezahlt, stehen in eigenen Artikeln.
Die Lücke, die fast alle offen lassen
Jetzt der Teil, den wir anders sehen als die Beratungslandschaft. Alle genannten Stellen benennen die Verhaltensabhängigkeit als dritte Säule. Konkrete Antworten dazu liefert kaum eine.
Die Tipps bleiben bei einem neuen Parfum, bewusstem Essen und Sitzenbleiben nach dem Essen. Für eine Bewegung, die eine Person mit einer Schachtel am Tag rund 200 Mal wiederholt, ist das wenig.
Genau dort liegt unser Schwerpunkt, und wir sagen offen, dass wir dabei ein Produkt verkaufen.
Was mache ich mit meinen Händen, wenn die Zigarette weg ist? ist der Einstieg in dieses Thema.
Die verfügbaren Produktkategorien sauber getrennt zeigt, was es überhaupt gibt und was es technisch ist.
Ein realistischer Fahrplan für die ersten 30 Tage
Kein Programm, nur eine Reihenfolge, die sich bewährt hat.
- Woche davor. Datum festlegen, am besten einen Montag. Umfeld informieren. Aschenbecher und Feuerzeuge entsorgen.
- Woche davor. Notiere drei Tage lang bei jeder Zigarette die Situation. Das ergibt deine persönliche Auslöserliste.
- Tag 1 bis 3. Die härteste Phase, mit dem Höhepunkt an Tag drei. Keine grossen Termine, viel trinken, früh ins Bett.
- Woche 1. Für jeden Auslöser aus deiner Liste einen Ersatz bereitlegen. Nicht einen für alles.
- Woche 2 bis 4. Die Symptome lassen nach, die Gewohnheit nicht. Jetzt entscheidet sich, ob die Ersatzhandlungen tragen.
- Nach 30 Tagen. Das Geld zusammenrechnen, das nicht ausgegeben wurde. Bei einer Schachtel täglich sind das rund 250 bis 290 Franken.
Wie du den Rauchstopp vorbereitest, steht in einem eigenen Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
Der Rauchstopp ist in der Schweiz gut versorgt, was Beratung und Medikamente angeht, und schwach versorgt, was den Umgang mit der Gewohnheit angeht. Die grosse Mehrheit hört ohne Hilfsmittel auf, und die grosse Mehrheit braucht mehrere Anläufe.
Nimm dir daraus zwei Dinge mit. Erstens: Ein Rückfall ist Statistik, kein Charakterfehler. Zweitens: Wer nur den Entzug plant, plant die Hälfte.
Und hol dir Unterstützung, wenn du sie willst. Die Telefonberatung unter 0848 000 181 kostet nichts und verkauft nichts.

Quellen
- Obsan und BAG, MonAM: Tabakkonsum, Alter 15+. Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022. ind.obsan.admin.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Ein Rauchstopp lohnt sich jederzeit. Stand 04.03.2025. bag.admin.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- AT Schweiz: Raucherentwöhnung, Daten und Zahlen. Juli 2022, gestützt auf Obsan, BFS und Suchtmonitoring Schweiz. at-schweiz.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Die 3 Formen der Abhängigkeit. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Rückfall verstehen. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Die Entzugserscheinungen von Nikotin. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Medikamentöse Behandlungen. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- stopsmoking.ch: Kostenlose Rauchstopp-Telefonberatung, 0848 000 181. stopsmoking.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Zigarettenpreise Schweiz, Marlboro Red und Gold, Stand August 2026. heimatkult.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Lungenliga Schweiz: Rauchen und Rauchstopp. lungenliga.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Lungenliga Schweiz: ready4life, die Coaching-App. lungenliga.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Krebsliga Zürich: Rauchstoppkurse vor Ort und online. zuerich.krebsliga.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Rauchfreier Monat: Deine Hilfsmittel, um mit dem Rauchen aufzuhören. rauchfreiermonat.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Schweizerische Herzstiftung: Rauchstopp, so gelingt der nächste Versuch. swissheart.ch (abgerufen am 24.08.2026)
- Bundesamt für Statistik: Tabak. bfs.admin.ch (abgerufen am 24.08.2026)




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