Der internationale Prüfstandard für Zigaretten rechnet mit einem Zug von zwei Sekunden, alle 60 Sekunden. Rund zehn Züge sind es pro Zigarette, bei einer Schachtel also 200 Wiederholungen am Tag: langsam einziehen, kurz halten, verlangsamt ausatmen. Genau dieser Ablauf steht in jeder Anleitung für Atemübungen.
Kurz gesagt
- Der internationale Prüfstandard rechnet mit zwei Sekunden pro Zug und 35 Millilitern Volumen.
- NIDA nennt rund zehn Züge pro Zigarette, Deximed rund 200 Hand-zu-Mund-Bewegungen pro Tag.
- Der Bewegungsablauf entspricht dem, was in Anleitungen für verlangsamtes Atmen beschrieben wird.
- Ein Review zu langsamem Atmen fand 15 auswertbare Studien aus 2'461 gesichteten Arbeiten.
- Das erklärt nicht die Abhängigkeit. Es erklärt einen Teil dessen, was nach dem Rauchstopp fehlt.
Was bei einem Zug mechanisch passiert
Der Ablauf ist so vertraut, dass ihn kaum jemand einmal nüchtern beschreibt.
Du ziehst über die Lippen ein, langsam und gegen einen Widerstand. Der internationale Prüfstandard, nach dem Zigaretten vermessen werden, rechnet dafür mit zwei Sekunden und 35 Millilitern.
Danach folgt die Inhalation in die Lunge, oft mit einer kurzen Pause. Am Ende steht ein verlangsamtes Ausatmen, meist durch den leicht geöffneten Mund.
Das ist der ganze Vorgang. Er dauert wenige Sekunden.
Wie oft du ihn wiederholt hast
Die Zahl dahinter ist der eigentliche Punkt dieses Artikels.
NIDA nennt rund zehn Züge pro Zigarette. Deximed rechnet das hoch: 200 Mal pro Tag, 1'400 Mal pro Woche, 6'000 Mal pro Monat, 73'000 Mal pro Jahr.
Kein bewusst geübtes Atemmuster erreicht diese Wiederholungszahl. Wer ein Jahr lang täglich zehn Minuten übt, kommt nicht annähernd hin.
Das heisst nicht, dass Rauchen eine Atemübung war. Es heisst, dass ein Atemmuster nebenbei sehr fest eingeschliffen wurde.

Was die Forschung zu langsamem Atmen sagt
Hier wird es dünner, als es in vielen Ratgebern klingt, deshalb der genaue Blick.
Zaccaro und Kolleginnen sichteten 2018 für einen systematischen Review 2'461 Arbeiten zu langsamem Atmen, also weniger als zehn Atemzüge pro Minute. Nur 15 davon erfüllten die Einschlusskriterien.
Beschrieben werden dort Veränderungen bei Herzratenvariabilität und respiratorischer Sinusarrhythmie, dazu Effekte auf zentralnervöse Aktivität und Befinden.
Das ist eine schmale Basis für eine sehr breite Behauptung. Wir geben sie deshalb so wieder, wie sie ist.
Und ein Hinweis in eigener Sache: Aus dieser Forschung folgt keine Aussage über unser Produkt.
Warum das nach dem Rauchstopp auffällt
Dieser Abschnitt erklärt ein Gefühl, das viele nicht einordnen können.
Wenn die Zigarette weg ist, fällt nicht nur das Nikotin weg. Es fällt auch ein Atemmuster weg, das 200 Mal am Tag lief.
Viele beschreiben das als flaches, angespanntes Atmen in den ersten Tagen. Deximed weist ausserdem darauf hin, dass Rastlosigkeit nicht mit Rauchverlangen verwechselt werden soll.
Genau diese Verwechslung passiert hier häufig. Was fehlt, ist manchmal die Bewegung und nicht der Stoff.
Warum das die dritte Abhängigkeit ist, steht im Artikel zu Körper, Kopf und Hand.
Die Bewegung ohne Gegenstand
Wenn du am Zug hängst, probier den Ablauf ohne alles.
- Vier Sekunden durch die Nase einatmen, langsam.
- Zwei Sekunden halten.
- Sechs Sekunden durch den leicht geöffneten Mund ausatmen.
- Drei bis fünf Mal wiederholen.
Der wichtigste Teil steht nicht in der Liste. Nimm die Haltung von früher ein: stehen, Schultern locker, Blick nach draussen.
Wer die Übung im Sitzen am Bildschirm macht, erkennt sie nicht wieder. Das Ritual war nie nur die Atmung.
Warum der Ort und die Pause dazugehören
Ein Zug allein war nie ein Zug allein.
Er kam mit einem Ortswechsel, mit fünf Minuten ohne Aufgabe und oft mit Leuten. Diese Verpackung ist ein eigener Teil der Gewohnheit.
Wer nur die Atmung ersetzt und die Pause weglässt, ersetzt die Hälfte. Wer die Pause behält und die Atmung vergisst, ebenfalls.
Was wir dazu nicht wissen
Drei Einschränkungen, und die dritte betrifft uns direkt.
Der Prüfstandard bildet nicht das echte Rauchen ab. Er dient der Vergleichbarkeit im Labor. Echte Zuglängen und Volumen schwanken stark zwischen Personen und über den Tag.
Aus dem Review folgt keine Aussage zum Rauchstopp. Untersucht wurde langsames Atmen bei gesunden Personen, nicht der Ausstieg aus dem Rauchen.
Sensomotorischer Ersatz ist kein belegter Ausstiegsweg. Przulj, McRobbie und Hajek fassten 2012 zusammen, dass er eine Nikotinersatztherapie verstärken kann, allein aber voraussichtlich nicht nützt.
Das ist der ehrlichste Satz, den wir zu diesem Thema haben. Er steht bewusst hier und nicht im Kleingedruckten.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Zug dauert im Prüfstandard zwei Sekunden und läuft rund 200 Mal am Tag. Mechanisch ist er ein verlangsamtes Einatmen mit Pause und verlangsamtem Ausatmen.
Was nach dem Rauchstopp fehlt, ist deshalb auch dieses Muster und nicht nur das Nikotin. Wer das weiss, verwechselt Rastlosigkeit seltener mit Verlangen.
Die Forschung zu langsamem Atmen ist schmaler, als sie oft dargestellt wird. Und für den Ausstieg selbst ist sensomotorischer Ersatz allein nicht belegt.
Was mache ich mit meinen Händen sammelt die Antworten für Hand, Mund, Zug und Pause.
Warum die Hand Beschäftigung braucht, steht in einem eigenen Artikel.

Quellen
- National Institute on Drug Abuse (NIDA): How does tobacco deliver its effects? Rund zehn Züge pro Zigarette. nida.nih.gov (abgerufen am 20.08.2026)
- Deximed, Deutsche Experteninformation Medizin: Rauchstopp. 200 Mal pro Tag, 1'400 pro Woche, 6'000 pro Monat, 73'000 pro Jahr, dazu der Hinweis zur Rastlosigkeit. deximed.de (abgerufen am 20.08.2026)
- Zaccaro, A., Piarulli, A., Laurino, M. et al. (2018): How breath-control can change your life, a systematic review on psycho-physiological correlates of slow breathing. Frontiers in Human Neuroscience 12, Artikel 353. 2'461 gesichtete Arbeiten, 15 eingeschlossen. frontiersin.org (abgerufen am 20.08.2026)
- Behar, R. Z., Hua, M., Talbot, P. (2015): Puffing topography and nicotine intake of electronic cigarette users. PLoS One. Zum internationalen Prüfstandard für Zigaretten, 35 Milliliter pro Zug von zwei Sekunden alle 60 Sekunden. pmc.ncbi.nlm.nih.gov (abgerufen am 20.08.2026)
- Przulj, D., McRobbie, H., Hajek, P. (2012): The effect of sensorimotor replacement on smoking cessation and craving. The Open Addiction Journal 5, 41 bis 50.
- Tiffany, S. T. (1990): A cognitive model of drug urges and drug-use behavior, role of automatic and nonautomatic processes. Psychological Review 97(2), 147 bis 168.
- Carter, B. L., Tiffany, S. T. (1999): Meta-analysis of cue-reactivity in addiction research. Addiction 94(3), 327 bis 340.
- stopsmoking.ch: Die 3 Formen der Abhängigkeit. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)
- stopsmoking.ch: Mit dem Entzug umgehen, Tipps und Beschäftigungsstrategien. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)
- stopsmoking.ch: Kostenlose Rauchstopp-Telefonberatung, 0848 000 181. stopsmoking.ch (abgerufen am 20.08.2026)










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